Gott ungezähmt – Raus aus der spirituellen Komfortzone

Buchtitel: Johannes Hartl - Gott ungezähmt

Gibt es Gott wirklich? Und wenn ja, ist er dann eher der „liebe Gott“ oder der unnahbare „Allmächtige“? Wenn es den einen Gott gibt, warum gibt es dann unterschiedliche Religionen? Und warum können sich nicht einmal die christlichen Gemeinden der verschiedenen Denominationen auf ein einheitliches Gottesbild einigen?

Inhalt

Johannes Hartl beleuchtet das Thema aus verschiedenen Blickwinkeln und beginnt mit den philosophischen Grundlagen. Dadurch ist der Text nicht leicht zu lesen, wirkt streckenweise ziemlich zäh. Für den Inhalt ist es aber wichtig, dass auch die wissenschaftliche Betrachtung seit der Aufklärung mit einfließt.

In den folgenden Kapiteln beginnt Hartl ein flammendes Plädoyer, von den verharmlosenden Gottesbildern Abstand zu nehmen. In der Bibel stellt sich Gott den Menschen vor. Gott ist der Allmächtige und Allgegenwärtige, er nennt sich selbst „Ich bin der ich bin“. Gott ist der Schöpfer aller Materie, allen Lebens und aller Zeit, daher kann man ihn mit Maßstäben der Physik, der Zeit oder der Größenordnungen nicht erfassen oder beschreiben.

Und dann ergibt sich die Frage, die in diesem Zusammenhang immer gestellt wir: Warum lässt Gott das Unheil zu? Warum gibt es Leid, Tod, Katastrophen und Krieg. Diese schwierigste Frage klärt Hartl gut begründet, aber sicher nicht zu jedermanns Zufriedenheit. Aber genau darum geht es in diesem Buch: Wenn Gott mit menschlichem Wissen begriffen werden könnte, dann wäre er nicht Gott.

Zu allen Zeiten haben die Juden und später die Christen begriffen, dass man diesem Gott nur in einer Weise recht begegnen kann: Indem man ihn anbetet. Man kann Gott nicht begreifen, aber man kann ihm Respekt und Ehre entgegenbringen für das was er ist und wie er sich den Menschen darstellt. Häufig ist man geneigt, im Gebet die eigenen Wünsche, Bedürfnisse und Erlebnisse in den Vordergrund zu stellen. Gott jedoch verdient es, dass er im Mittelpunkt steht. Das hat auch Jesus seinen Jüngern gelehrt, als er ihnen das Vater-Unser als Muster eines guten Gebetes mitgab.

Die erste Bitte ist die um die Heiligung seines Namens, dann kommt die Bitte um die Umsetzung von Gottes Reich uns seines Willens. Erst dann kommen die Bitten, die sich um den eigenen Alltag drehen. Und doch beginnt das Gebet damit, dass wir Gott als den Vater anreden dürfen, eine ganz vertrauliche und familiäre Ansprache. Diese beiden Aspekte unter einen Hut zu bringen, ist ein guter Weg, sich dem Allmächtigen zu nähern.

Fazit

Gott hat sich uns als Vater vorgestellt, doch diese Nähe ist kein Freibrief für Respektlosigkeit. Vielmehr sollen wir seine unbegreifliche Allmacht und seine Unendlichkeit zur Grundlage für unsere Anbetung nehmen. Aus dieser Haltung dürfen wir uns Gott voller Vertrauen nähern, ohne ihn als ein Wesen anzusehen, das dazu da ist, unsere Wünsche zu erfüllen. Gott ist Gott.

TitelGott ungezähmt - Raus aus der spirituellen Komfortzone
AutorJohannes Hartl
ISBN978-3-451-34890-7
VeröffentlichtHerder Verlag, Freiburg 2016
Auflage3. Auflage 2017
Formatgebunden mit Schutzumschlag, 218 Seiten
Dewey-Klassifikation248.46

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.