Die Zeit heilt keine Wunden – ein Ostsee-Krimi

Titelseite: Die Zeit heilt keine Wunden

Am Strand wird eine Leiche angespült, ein alter Mann bahnt sich mühsam den Weg zwischen den Felsen. Mit der Gewissheit über den Fund eilt er die Klippen hinauf und verständigt einen Landwirt, der noch vor dem Sturm die Ernte einholen will.

Inhalt

Hannes Niehaus ist Ruderer, er bekommt eine Stelle als Sportpolizist, damit er seinen Lebensunterhalt bestreiten kann und gleichzeitig für die Olympiaqualifikation trainiert. Auf seinen Wunsch nach mehr beruflichem Einfluss wird er dem erfahrenen Kriminalbeamten Fritz Janssen zugeordnet. Leider ist der gar nicht begeistert, kurz vor der Rente noch einmal einen Neuling anzulernen. Als das Team auf den Fall angesetzt wird, beginnt eine Wandlung bei beiden, die den Leser durch den Roman begleitet.

Das Opfer ist die Mitinhaberin eines Pharmakonzerns. Die Ermittlungen führen die Polizisten in das familiäre Umfeld, die wenigen Bekanntschaften der Ermordeten, aber auch in die Geschichte des Unternehmens.

In einer parallelen Handlung wird eine jungen Frau entführt und in einem dunklen Keller gefangen gehalten. Zunächst scheint das nicht den aktuellen Fall zu berühren, doch im Verlauf ergibt sich eine Verbindung.

Die Handlung erstreckt sich über eine Woche, die Aufklärung des Verbrechens gerät mehrmals ins Stocken und der Nachwuchspolizist ist froh, einen erfahrenen Ermittler an seiner Seite zu haben. Er muss lernen, Beruf und Privatleben zu trennen, was ihm nicht immer leicht fällt. Ab der Mitte des Werks scheint die Handlung geradlinig auf die erfolgreiche Aufklärung des Mordes zuzulaufen, nimmt aber noch einmal eine überraschende Wende.

Bewertung

Insgesamt gelingt es Hendrik Falkenberg in seinem Erstlingswerk, eine gute Handlung zu konstruieren. Die zwei Hauptcharaktere werden nachvollziehbar aufgebaut, die parallelen Handlungsstränge laufen leider ohne Spannung zueinander. Die ersten Ermittlungsansätze sind plausibel und laufen wie erwartet ins Leere. Erst im Rückblick ist zu erkennen, wie das unerwartete Ende sanft aufgebaut wurde.

Persönlich mag ich Handlungen, die eine historische Komponente enthalten. Für den Kriminalroman ist es auch zuträglich, dass die vermuteten Motive zwischen Beziehung, Geld und Rache wechseln. Der Spannungsbogen war nicht überragend, aber stark genug, um mich jederzeit zum Weiterlesen zu motivieren. Aus der Parallelhandlung hätte der Autor etwas Größeres entwickeln können, durch die immer gleiche Formulierung eines unveränderlichen Merkmals der Personen war ein familiärer Zusammenhang zu früh offensichtlich. In der Logik der Handlung konnte ich keine größeren Ungereimtheiten entdecken.

Fazit

Der Kriminalroman „Die Zeit heilt keine Wunden“ von Hendrik Falkenberg ist handwerklich gelungen, die Personen sind interessant aufgebaut. Die Handlung entspricht den Erwartungen an das Genre, verläuft teilweise etwas flach, wird aber durch einen interessanten Schluss wieder etwas aufgewertet. Insgesamt befriedigend bis gut, wenn der Autor sich nicht auf den Lorbeeren ausruht, ist das erste Werk vielversprechend.


Die Abbildung der Titelseite wurde dem e-Book entnommen. Alle Rechte bei den jeweiligen Rechteinhabern.

TitelDie Zeit heilt keine Wunden
AutorHendrik Falkenberg
ISBN978-1-50394631-6
Veröffentlichtals eBook 2015 bei Edition M (Amazon), als Taschenbuch 2016 bei Ullstein
OriginalausgabeSelbstverlag 2013
AuflageAuflage 2015
FormateBook, 576 Seiten
Dewey-Klassifikation833.92

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