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Seit Monaten arbeitet die WordPress-Welt auf diesen Tag hin: Die Veröffentlichung des neuen Haupt-Release. Nun ist es endlich da und mit dieser Ausgabe auch der neue Editor.

Gutenberg Editor

Der neue Editor, der den Namen vom Erfinder der beweglichen Lettern im Buchdruck geerbt hat, ist die wichtigste Neuerung in der neuen WordPress Auflage. Schon seit Monaten konnte man ihn als Plugin testen und sich und seine Webseite so auf die bevorstehende Änderung vorbereiten.

Was ist neu? Der Text eines Beitrags oder einer Webseite ist jetzt nicht mehr ein langer Abschnitt mit Formatierungen, sondern wird in Blöcke eingeteilt, die der semantischen Struktur des HTML Codes entsprechen. Konkret heißt das, dass jeder Absatz in einem Text ein Block ist, ebenso jede Überschrift, jedes Bild oder jede Tabelle.

Neu an dem Editor ist außerdem, dass er die Möglichkeit bietet, den Text bei der Eingabe schon so erscheinen zu lassen, wie er auf der endgültigen Webseite aussieht. Das setzt jedoch voraus, dass das verwendete Thema auf diese Funktion eingestellt ist.

Screenshot: WordPress5 Gutenberg
Screenshot: WordPress5 Gutenberg

Twenty-Nineteen-Theme

Als zweite große Neuerung kommt WordPress 5 mit dem neuen Standard-Theme Twenty-Nineteen. Dies ist eine Vorlage für eine einfache Webseite. Das Theme ist äußerst minimalistisch, damit die Funktionen der Gutenberg-Blöcke gut zur Geltung kommt. Grafische Gestaltung nimmt man jetzt in Block-Form selbst in die Hand.

Auffälligstes Feature ist die vollständige WYSIWYG Umsetzung, man sieht den Text während der Texteingabe identisch formatiert, wie er auch nach der Veröffentlichung erscheinen wird. Das erleichtert die Redaktionsarbeit deutlich.

Für alle Theme-Autoren (also auch für mich) ist das jetzt die Herausforderung, mit den bestehenden Themes in der Funktionalität gleichzuziehen.

Was nicht funktioniert

Zuerst einmal ein ganz großes Lob an die Entwickler, denn der Umstieg lief im Großen und Ganzen reibungslos. Ich habe vier von mir betreute Webseiten in meiner Testumgebung umgestellt und dann gewagt, diese Seite „Onkeljoe.de“ schon im Echtbetrieb umzustellen.

Verwendetes Werkzeug: Plugin All-In-One-WP-Migration
Mit diesem Plugin kann man eine Sicherung der kompletten WordPress Seite und Datenbank erstellen und bei Bedarf zurückspielen.

In meiner Branche sagt man zwar, man solle nie eine NULL Version installieren, doch nach allem, was ich gesehen habe, scheint mir das Risiko überschaubar. Selbstverständlich habe ich vor dem Update ein Backup gezogen und getestet, ob es funktioniert.

Bei meinem selbstentwickelten Theme hatte ich lediglich ein kleines Problem: Für die rezensierten Bücher habe ich einen eigenen Beitragstyp definiert. In der Tabelle der Beiträge im Backend sind nun plötzlich Beiträge von mehreren Typen erschienen. Nach kurzer Suche war die Ursache gefunden: Die Abfrage im Backend scheint im Gegensatz zu vorher nun unter die gleichen Kategorien zu fallen, wie im Frontend.

Eine zusätzliche Abfrage, ob der Programmcode im Administratorbereich ausgeführt wird, hat das Problem schon behoben. Die neue Funktion sieht so aus:

/**
 * Add custom post type 'book' to default and archive posts query
 */
function bookreview_add_books_to_query( $query ) {
    if ( $query->is_main_query() && ( ! $query->is_admin ) ) {
        if ( $query->is_home() || $query->is_archive() ) {
            $query->set( 'post_type', array( 'post', 'book' ) );
        }
    }
    return $query;
}
add_action( 'pre_get_posts', 'bookreview_add_books_to_query' );

Persönlicher Eindruck

Ich habe schon länger mit dem neuen Editor gearbeitet und mich gut daran gewöhnt. Er hat den Vorteil, dass an den meisten Stellen nur die Funktionen angeboten werden, die im Kontext auch passen. Nur selten musste ich auf eine gewünschte Funktion verzichten und in den HTML-Modus umschalten.

Neuentwicklungen sind immer etwas nervig, man muss liebgewordene Gewohnheiten anpassen und irgendwo klemmt es immer. Doch mir gefällt das neue Release in zweifacher Hinsicht:

Zum einen haben die Entwickler sich auf zwei Kernthemen beschränkt. Das Backend, die Datenbank, die Technik von Themes und Plugins wurde im Wesentlichen beibehalten. Es ist gut, dass hier nicht zu viele Baustellen gleichzeitig aufgerissen wurden.

Zum anderen zeigt mir die Grundlegende Neuentwicklung des Editors, dass das Projekt „WordPress“ aktiv weiterentwickelt wird. Auch wenn manch ein Blogger erst einmal jammert, bin ich begeistert über so viel Innovationsmut.

Ich fühle mich wohl in der WordPress Umgebung, da ändert auch das neue Update nichts daran. Für die Umsteiger gibt es auf den bekannten Videoplattformen inzwischen auch eine Menge Tutorials über den neuen Editor – auch in deutscher Sprache. Ich mache jedem Blogger Mut, den Umstieg frühzeitig zu wagen. Für die ganz vorsichtigen gibt es bis auf weiteres die Möglichkeit, den alten Editor als Plugin zu installieren und so bei der gewohnten Umgebung zu bleiben.

Alles in allem finde ich die neue Version gelungen und bin allen Entwicklern dankbar für diese Plattform.


WordPress Logo Grafik von: Zekelhuter [CC BY-SA 4.0], from Wikimedia Commons

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