zu viele Bücher

Der Beginn.

Während die Wirtschaftswunder-Generation noch gelernt hat, dass es etwas Gutes ist, wenn man so nach und nach eine Menge an Besitz und Güter ansammelt, wenn nach dem Lebensnotwendigen auch der eine oder andere Luxus dazugekommen ist, gibt es heute immer mehr Menschen, die nach dem Gegenteil streben. Meine Jugend habe ich in den 70er und 80er Jahren des letzten Jahrhunderts verlebt, kenne Armut und Reichtum, Freiheit und den gefühlten Verlust derselben. Trotzdem durfte ich den Segen genießen, dass es mir nie an den wirklich lebensnotwendigen Gütern gefehlt hat. Und so habe auch ich eine Menge an Wohlstand angesammelt. Aber irgendwann kam der Tag, wo ich mich fragte: Wozu das alles? Macht mich das wirklich glücklich?

Minimalismus — ein langer Weg

Da ich in einer großen Familie mit wechselnden Bedürfnissen der Geschwister aufgewachsen bin, waren Kinderzimmer für mich immer entweder mit anderen geteilt oder vergleichsweise klein. Doch das war OK, das Leben fand im Sommer draußen statt, bei schlechtem Wetter hatten wir unser großes Wohnzimmer, wo sich ein Teil des Lebens abspielte. Als junger Erwachsener hatte ich dann einen festen Anspruch auf mein eigenes Zimmer, das ich mir nach meinen Vorlieben eingerichtet habe: Bett, Schrank und Nachttisch waren selbstverständlich, dazu kam für mich immer ein großer Schreibtisch, ein stattliches Bücherregal, eine Sitzecke bestehend aus zwei ausgemusterten Sesseln. Ich hatte sehr früh einen Computer, der ab meinem 16. Lebensjahr im eigenen Zimmer stehen durfte, eine zusammengestückelte Stereo-Anlage aus Teilen, die andere weggeworfen haben, einen altersschwachen Fernseher. Aber ich hatte Musik, zu der ich schon immer träumen konnte. Insgesamt hatte ich damit das Gefühl der Freiheit.

Doch diese Freiheit ist scheibenweise verschwunden. Es gab mehr Verantwortung, mehr Lernpensum, mehr Arbeit, mehr Wohlstand und damit einhergehend immer mehr Besitz. Irgendwann kam der Moment, wo ich zum ersten mal diese verrückten Menschen bewundert habe, die sich “Minimalisten” nennen. Dabei kam die Idee, dass weniger zu haben vielleicht nicht mit unglücklich sein gleichgesetzt werden muss. Ich habe gesehen, dass Räume mit weniger Inhalt einfach schön waren. Schönheit braucht Platz. Das wollte ich auch, aber Loslassen fällt mir sehr schwer. Der Grund war einfach: Ich hatte immer mehr Besitz. Mehr Möbel, mehr Gebrauchsgegenstände, mehr Hobby-Items, mehr Auswahl von allen möglichen Haushaltsgegenständen.

Lesen — meine Bilanz

Und ich hatte Bücher. Viele Bücher. Als Kind habe ich mir jede Woche 2-3 Bücher aus der örtlichen Bibliothek ausgeliehen und gelesen. Dazu kamen Bücher, die ich als Geschenk erhalten habe, Bücher, die andere Menschen aussortiert haben, alte Auflagen von Lexika etc. und später dann Bücher, die ich mir selbst gekauft habe.

Ich habe oft im Liegen gelesen, auf dem Sessel oder seltener am Schreibtisch. Ich konnte im Halbdunkel lesen, ich konnte ganz nah oder ganz entfernt lesen. Ich hatte eine winzige Bibel in deutscher Frakturschrift, aus der ich gerne gelesen habe. Lesen war Freiheit, solange ich nicht dazu gezwungen war. Natürlich kam dann auch die Schule mit diverser Pflichtlektüre, doch auch das konnte mir nicht die Freude am Lesen nehmen.

Dann kam die Arbeit – und mit dem Studium der Informatik auch die Zeit, in der mein Gehirn fachlich beansprucht war, weniger Kapazität hatte für den Lesespaß. Ich habe immer noch gerne gelesen, aber mit dem ersten Gehalt kam dann auch die Zeit, wo ich Bücher in gutem Vorsatz gekauft, aber spät oder nie gelesen habe. Immer hatte ich das Gefühl, dass ich Bücher besitzen müsste, auch wenn ich im Moment gerade nicht zum Lesen gekommen bin.

Die Wohnung wuchs, aus einem Zimmer wurden zwei, dann drei und schließlich ein ganzes Haus. Ich habe Bücher plötzlich Kistenweise gekauft, weil ein einziges Buch dabei war, was ich haben wollte, und die Kiste war manchmal billiger als das einzelne Buch. Und immer noch habe ich viel gelesen, in guten Jahren 30 bis 50 Bücher. Aber Bücher wurden jetzt immer öfter zum Ballast. Nehmen Platz weg und ständig liegt irgendwo ein Buch, das mich daran erinnert, dass es noch gelesen werden möchte.

Mit 40 dann hatte ich eine Krise, habe das Haus verkauft und bin näher zur Arbeit gezogen. Endlich habe ich mich von einem Teil meiner Bücher getrennt – schweren Herzens, aber der größere Teil kam mit. Dann kam die erste Ernüchterung: Lesen ging nicht mehr wie früher, die Buchstaben wurden unscharf. Ich brauchte eine Lesebrille. Die hat zunächst Erleichterung gebracht und für eine kurze Zeit auch wieder die Freude am Lesen. Doch jetzt, das erste Jahrzehnt des neuen Milleniums war vorbei, mein Einkommen stieg, die Zeit dagegen wurde immer knapper, und dann kamen die neuen Medien und Ablenkungen, die nicht mehr aus Papier waren. Computerspiele, DVDs, großer Fernseher, Blue-Ray. Und social Media. Was am Anfang noch eine soziale Bereicherung war, wurde zur Pflicht, zur Sucht oder hat mir einfach nur die Zeit gestohlen. Die Büchersammlung wuchs wieder, ebenso der Stapel der ungelesenen Bücher.

Die Sammlung

Im eigenen Haus ist mein Bücherbestand locker auf mehr als 2000 Bücher angewachsen. Wenn ich mein Lesetempo in den guten Jahren zugrunde lege, genug Stoff für 40 Jahre. Aber es waren immer mehr Bücher dabei, die mir keine Freude bereitet haben. Bücher standen teilweise Jahrelang ungelesen im Regal. Ich habe mich an einer Büchertauschbörse beteiligt, habe ungelesene Bücher gegen andere ungelesene Bücher getauscht, habe erstmals auch größere Mengen an Büchern wieder veräußert und dabei Ebay kennengelernt, damals hauptsächlich eine Auktionsplattform für Privatverkäufer, wo man seinen ungenutzten Besitz für ein paar wenige Euros eingetauscht hat und das Gefühl hatte, beide Seiten werden dadurch glücklich.

Es hat sich gedreht, ich habe mehr Bücher hergegeben als ich neue gekauft habe. Ich habe “Konvolut” Kisten gepackt und Bücher in 30er Paketen hergegeben. Meine neu erworbenen Bücher waren nun überwiegend Fachbücher. Und trotzdem ist der Bestand nur langsam kleiner geworden.

Als dann die Entscheidung kam, das Haus zu verkaufen und in eine Mietwohnung zu ziehen, da war es soweit: Ich habe Bücher in großen Mengen hergegeben, oft verschenkt, einiges auch weggeworfen. Mein Bücherregal hat sich beinahe halbiert. Trotzdem hatte ich über 30 Bücherkisten, die mit umgezogen werden wollten. Die meisten Werke, die ich hergegeben habe, waren populäre Literatur, Belletristik, Romane und Krimis.

Was ist geblieben: Eine bunte Sammlung aus vielen verschiedenen Genres: Lexika, Belletristik, Krimis, Christliche Literatur, andere Motivationsliteratur, Bücher und Nachschlagewerke über Genealogie sowie Erzählungen aus der Familiengeschichte, Fachbücher IT, Fachbücher Wirtschaft und Management, Bücher über Verschwörungstheorien, Ratgeber zum Basteln, Elektronik-Experimente, Haus und Garten, do-it-yourself, ein paar dutzend englische Bücher und vieles mehr. Durch die Reduzierung hat sich nun etwas mehr Substanz herausgebildet. Viele Bücher, die ich behalten habe, gehören zu dem einen oder anderen Lebensabschnitt, zeigen meine Interessen und den Bildungsweg, den ich eingeschlagen habe. Ich hatte immer noch zuviel, aber ich habe ein wenig Ordnung in die Sammlung gebracht und habe erkannt, dass Bücher nur wenn sie auffindbar sind, im richtigen Moment einen guten Nutzwert haben.

Das Problem

Was ist also das Problem? Zunächst einmal kann ich mich von meinem Charakter her nur ungerne von Dingen trennen. Das Problem hat sich in Büchern besonders klar gezeigt. Ich habe schon gelegentlich Dinge, auch Bücher wieder hergegeben. Aber dann kamen auch Situationen, wo ich es bereut habe. Wenn ich zum Beispiel Bücher hergegeben habe, von denen ich überzeugt war, dass sie thematisch nicht mehr zu meinem Leben passen – und kurze Zeit später dann genau dieses Thema wieder kam.

Noch unangenehmer habe ich Situationen in Erinnerung, wo ich ein Buch für ein paar Euro gebraucht verkauft habe, immer mit dem Gedanken: Das kannst du dir ja jederzeit wieder kaufen. Doch dann habe ich so ein Exemplar mal wirklich wieder gebraucht und festgestellt, dass es im Handel vergriffen war und in den einschlägigen Antiquariaten nun 200 € kosten sollte. Das sind dann leider Momente, wo der ganze Minimalismus-Gedanke wieder ins Gegenteil verkehrt wird.

Auf der anderen Seite fällt es mir auch schwer zuzugeben, dass ich mich in einem Thema geirrt habe. Wie oft in meinem Leben habe ich ein Buch eisern zuende gelesen, auch wenn ich spätestens bei der Hälfte wusste, dass es mich nicht glücklich macht. Wie oft habe ich allein aus diesem Grund den Stapel der ungelesenen Bücher nicht reduzieren können, weil ein “das muss man unbedingt gelesen haben” Exemplar für mich den Zugang zu den spannenden Werken verstopft hat. Das hängt wiederum mit meinem Charakter zusammen – und damit, dass in der Jugendzeit mit knappen Resourcen die Wertschätzung für den Besitz groß geworden ist: Sei dankbar für das, was du hast und nutze es. Ein Grundsatz, der seine positive Wirkung im Angesicht des neuen Überflusses verloren hat.

Irgendwann hatte ich dann mal wieder so eine “Focus”-Liste in der Hand: 50 Bücher, die Sie vor ihrem Tod unbedingt gelesen haben sollten. Bei der Durchsicht habe ich mit Wohlwollen festgestellt, dass ich 15 davon schon gelesen hatte und beinahe 25 ungelesen in meinem Besitz. Ich hatte das Gefühl, ich bin auf einem guten Weg, ich schaffe das und dann kann ich stolz auf mich sein. Jahre später habe ich die gleiche Liste noch einmal in die Hand genommen und festgestellt, dass die Zahl der gelesenen Bücher von dieser Liste zwar leicht angewachsen war, aber irgendwie bei den meisten davon die Freude gefehlt hat.

In der Schulzeit gab es viele Bücher, die man lesen musste, und nur wenige, die mir Freude oder gute Erkenntnis bereitet haben und an die ich mich heute noch gerne erinnere. Zwei Bücher von Friedrich Dürrenmatt gehören für mich dazu und “The third man” von Graham Greene, was wir im Englischunterricht gelesen haben. Doch stehen auf solchen Listen auch Bücher, die ich mit Grausen zuende gelesen habe, weil ich dachte, das muss halt so sein. Die Lesefreude meiner Jugend hat sich bis heute nicht wieder eingestellt. Es bleibt zu viel “Man muss …” im Hinterkopf.

Was habe ich daraus gelernt?

Wie gehe ich also heute damit um? Entspannter auf der einen Seite: Wenn ich etwas hergebe, dann mache ich mir klar, dass es jetzt halt weg ist und das ist dann so. Keine Träne nachweinen. Es gibt nur wenige Sachen, die wirklich unersetzlich sind – und selbst diese Einschätzung ist ein Maßstab des Wohlstands.

So habe ich in den letzten Jahren auch die an verschiedenen Stellen aufgestellten Bücherschränke schätzen gelernt, wo man seine nicht mehr gebrauchten Bücher reinstellt zum Verschenken – und sich gelegentlich auch einmal etwas mitnimmt, wenn es einen anspricht. Das ist für mich eine sehr positive Art, mich von meinem Überfluss zu trennen und Sachen loszuwerden, die ich nun wirklich nicht mehr brauche.

Auch beachte ich jetzt öfter die Auflagenzahl. Einen populären Roman bekommt man immer für kleines Geld gebraucht, dafür sind einfach zu viele Exemplare im Umlauf. Ein christlicher Ratgeber, der in einer Auflage von 300 gedruckt wurde und dessen Verleger inzwischen pleite gegangen ist, bleibt dagegen länger bei mir, denn die Erfahrung hat mich gelehrt, dass manche Bücher schwerer wiederzubeschaffen sind als andere.

Und zunehmend erlaube ich mir jetzt auch, angefangene Lektüre abzubrechen, wenn sie mich nicht erfreut. Und solche Bücher dürfen dann auch gerne meinen Haushalt verlassen – ohne Trauer und ohne schlechtes Gewissen.

Und noch eine Sache habe ich gelernt: Heute darf ich auch wieder mehrere angefangene Bücher parallel haben. Nicht zu viele, das macht auch wieder schlechte Laune, aber ich habe mir abgewöhnt, mich dazu zu zwingen, dass ich erst ein Buch zuende lese, bevor ich das nächste beginne.

Das ist ein weiter Weg und vermutlich werde ich für manche dieser festgefahrenen Gewohnheiten auch im Rest meines Lebens keine klare Lösung finden, aber hier gilt für mich immer öfter: Der Weg ist das Ziel. Loslassen lohnt sich – das gilt genauso für überflüssigen Besitz wie für überflüssige Gewohnheiten.

So ist mein Bücherbestand nun auf “gesunde” 1000 Bücher geschrumpft und darf weiter schrumpfen. Und solange ich nicht dazu gezwungen bin, meinen Platzbedarf in kurzer Zeit zu reduzieren, kann ich mir auch alle Zeit der Welt auf dem Weg dorthin lassen.

Praxistipps

Wie gehe ich nun aber damit um, wenn ich meinen Bücherbestand reduzieren will – vielleicht sogar muss? Dafür gibt es mehrere Wege. Manche mag ich und manche habe ich für mich ausgeschlossen.

Da wären zunächst einmal die öffentlichen Leihbibliotheken. In jeder Stadt, sogar in vielen Dörfern auf dem Land, gibt es solche Bibliotheken, wo man sich Bücher ausleiht, liest, zurückgibt und etwas anderes aussucht. So hat meine Lesefreude begonnen, warum habe ich eigentlich damit aufgehört?

Auch die Bibliotheken der Universitäten und Hochschulen können eine Quelle für Lesegenuss sein. Manche Werke sind nicht ausleihbar, aber viele kann man auch dort mit nach hause nehmen. Und man muss auch nicht Student sein, um eine Lesekarte dort zu erhalten. Zudem gibt es dort die großen Lesesäle, wo man sich mit dem Buch zum spannenden Thema an den Tisch setzt, liest, vielleicht ein paar Notizen macht und mit vollem Kopf und Block, aber leerer Tasche wieder nach Hause geht.

Bücher tauschen oder privat ver- oder entleihen ist auch eine Alternative. Bücher von anderen Leuten lesen, oder meine Bücher für andere zur Verfügung stellen – das ist eine wunderbare Möglichkeit. Natürlich ist da der Aspekt der Vergesslichkeit, aber dafür kann man Vorsorge treffen. So haben meine Bücher in der Regel einen Stempel “Ex Libris” mit meinem Namen, schlicht und unauffällig, aber doch gekennzeichnet. Außerdem habe ich mir angewöhnt, für verliehene Gegenstände einen Zettel an die Pinwand zu hängen, und gelegentlich mal freundlich um Rückgabe zu bitten – oder manchmal bewußt auch nicht, wenn ich es eh loswerden wollte.

Und wenn die Auswahl der Bücher, die gehen sollen einmal schwer fällt, dann stelle ich gerne die Sinn und Zweck Frage. Klar hat das gut geschriebene Excel Buch im Jahr 2013 mal 50 Euro gekostet. Klar hat es mir sehr wertvolle Dienste in meinem Beruf geleistet, klar waren die Tipps jeden Cent wert. Aber Excel 2013 ist nicht mehr. Und das Produkt gehört aktuell auch nicht zu meinem beruflichen Portfolio. Nicht weinen, das Buch hat seinen Zweck erfüllt und darf jetzt gehen. Vor allem im Bereich der Sach- und Fachbücher oder der Nachschlagewerke findet man mit dieser Methode immer einen Kandidaten zum Aussortieren.

Einige Bücherminimalisten schwören auf E-Book Reader statt Büchern in Papier, diesen Trend mag ich persönlich nicht mitgehen. Ich liebe die Haptik eines gedruckten Buches, mehr noch: wenn ich ein Buch in die Hand nehme, dann schlage ich es auf, rieche daran, fühle die Papierqualität, schaue die Schriftart und -größe an. Kurz: Büchergenuss mit allen Sinnen. Das geht bei einem elektronischen Lesegerät leider nicht. Außerdem ist da ja immer noch mein Bezug zu Besitz: Bücher auf dem Reader besitzt man nicht, man hat lediglich ein Nutzungsrecht erworben, was einem per Kleingedruckten AGB auch wieder aberkannt werden kann. Also wenn schon Verzicht auf das Eigentum, dann doch lieber die Bibliothek.

Bewährt hat sich für mich dagegen diese Regel: “Für jedes was kommt, muss ein anderes gehen”. Wenn ich mich konsequent an diese Regel halte, kann die Zahl meiner Bücher nicht mehr steigen. Da ich Bücher auch nicht mehr in 30er Kartons kaufe, muss ich mich auch nicht von 30 Büchern gleichzeitig trennen. Und wenn ich ein gutes Buch gekauft oder geschenkt bekommen habe, dann findet sich immer ein anderes Exemplar, das gerne gehen darf.

Immer noch unterwegs

Bin ich nun am Ziel? Keineswegs, denn die Zahl der Bücher in meinem Regal ist immer noch überwältigend groß, die Hälfte von viel ist oft immer noch viel.

Minimalismus ist in vielen Lebensbereichen machbar, nach meiner Einschätzung ist er für Bücherfreunde mit am schwersten. Aber es ist wirklich befreiend für mich, wenn ich mal wieder einen Staubfänger aussortiert habe, ein Buch, das ich mir in guter Absicht zugelegt habe, aber das jetzt einfach nicht zu meinen Prioritäten passt. Mit jedem Schlechte-Laune-Buch weniger steigt die Qualität meiner persönlichen Bibliothek.

So kommt es nun immer häufiger vor, dass ich mir spontan mal ein Buch aus meinem Regal nehme, darin blättere, ein paar Seiten lese. Wenn es mich anspricht, kommt ein Buchzeichen hinein, aber oft kommt es dann – mit oder ohne Buchzeichen – wieder zurück ins Regal. Und ich freue mich, wenn ich ein Buch in die Hand nehme und ein Buchzeichen finde und ein wenig weiter lese kann.

Und wenn ich es gar nicht mag, dann kommt es entweder zurück ins Regal für später, oder ich lege es gleich bereit, um beim nächsten Einkauf mal wieder einen Abstecher zum öffentlichen Bücherschrank zu machen und es dort abzustellen.

Zu jeder Zeit mache ich mir bewusst, dass auch diese Methodik nicht fix ist und jederzeit überarbeitet werden darf. Aufräumen macht frei, auch das Aufräumen meiner überholten Grundsätze. Bücher sind etwas einzigartiges, das unterscheidet sie von vielen anderen Gegenständen im Haushalt. Das macht das Aussortieren zu einer sehr individuellen Aufgabe – aber einer, die sich für mich jedes Mal aufs neue lohnt.

Und du, lieber Leser, bist jetzt so weit in meinem Artikel gekommen: Hast du etwas entdeckt, was dir hilft, dich von altem Ballast zu befreien? Möchtest du auch lernen, auf Bücher zu verzichten, ohne dabei geistig zu verarmen? Dann willkommen im Club!

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