Don't cling to a mistake just because you spent a lot of time making it. -unknown

Was du länger als ein Jahr nicht in der Hand hattest, brauchst du nie wieder, gib es weg. Was du tust, obwohl es dich weder glücklich noch satt macht, lass bleiben. So klingen die Empfehlungen, die mir immer wieder im Internet begegnen. Stimmt das?

Quelle

Das ist meine eigene Regel, inspiriert von verschiedenen klugen Sprüchen, die mir über den Weg gelaufen sind.

Was bedeutet das für mich?

Was ist eigentlich „Wert“? Was passt in mein persönliches Wertekonzept? Nicht alles, was in Euro gemessen wertvoll ist, ist auch Wert-voll. Manches Ding hat viel Geld gekostet und verstaubt jetzt im Schrank. Deutlich sperriger sind die Überzeugungen, von denen ich mich nicht trennen mag, selbst wenn sie mich blockieren. Weggefährten, die mich mit ihren negativen Gedanken herunterziehen, nennen sich trotzdem „Freunde“.

Halte nicht an einem Fehler fest, auch wenn es dich viel Zeit gekostet hat, ihn zu machen.

Verfasser unbekannt

So lautet die Übersetzung des Titelbilds. Das trifft den Kern dieser Regel ziemlich genau.

Verfolgtes Ziel

Diese Regel dient der Vereinfachung. Aus meiner derzeitigen Situation heraus beschäftige ich mich viel mit dem Trendthema „Minimalismus“. Obwohl ich mit wenig Platz auskommen muss, besitze ich Gegenstände, die genau genommen keinen Wert für mich haben.

Leider überträgt sich das auch auf andere Lebensbereiche, zum Beispiel schlechte Gewohnheiten oder falsche Freunde. Das klingt zuerst wie ein Widerspruch zu meinem Ziel der Nächstenliebe. Doch weiß ich, dass ich mehr Kraft habe, wenn ich mich von undankbaren Menschen trenne.

Passt das zu meinem christlichen Glauben?

Da bin ich mir dieses Mal nicht sicher. Beim Umgang mit Menschen hat Jesus unendliche Geduld an den Tag gelegt. Wertlose Menschen gibt es für ihn nicht. Was aber materiellen Besitz und gewohnheitsmäßige Tätigkeiten angeht, so zeigt sich ein anderes Bild. Schon im Alten Testament wendet sich Gott gegen religiöse Rituale. Damit kann man den Ungehorsam außerhalb des Gottesdienstes nicht wettmachen:

Gehorsam ist wichtiger als das Schlachten von Opfertieren. Es ist besser, auf den HERRN zu hören, als ihm das beste Opfer zu bringen.

Die Bibel, 1. Samuel 15, 22

Schlechte Gewohnheiten abzulegen und sich wieder auf den Kern zu konzentrieren, ist von Gott gewollt. Und Jesus stellt später klar, dass auch materieller Reichtum bei ihm nichts zählt, denn der wahre Wert ist an anderer Stelle zu finden:

Häuft in dieser Welt keine Reichtümer an! […] Sammelt euch vielmehr Schätze im Himmel […] Wo nämlich euer Schatz ist, da wird auch euer Herz sein.

die Bibel, Matthäus 6, 19-21

Jesus beschreibt hier den Wert der Dinge, mit denen seine Jünger umgehen müssen. Seine Empfehlung, das Herz nicht an Reichtümer dieser Welt zu hängen, steht im Einklang mit mindestens einem Teilaspekt dieser Regel.

Für mich oder für andere?

Diese Regel ist für mich.

Persönliches

Ja, Loslassen fällt mir schwer. Ich gebe zu: Ich bin ein Jäger und Sammler, ich kann mich nur schwer von Gegenständen trennen, die sich erst einmal in meinem Eigentum befinden.

Auch begonnene Tätigkeiten gebe ich nur ungern auf, selbst wenn mir klar wird, dass sie nicht mehr zu einem Ziel führen. Diese Lebensregel fordert mich immer wieder zum Lernen auf. Das Ziel werde ich nie erreichen, aber ich bin schon glücklich, wenn die Richtung stimmt.


Dieser Beitrag ist Teil meiner Reihe über meine eigenen Lebensregeln.

Die Bibelstellen sind der Übersetzung Hoffnung für alle® entnommen, Copyright © 1983, 1996, 2002 by International Bible Society®. Verwendet mit freundlicher Genehmigung des Verlags.

Bildnachweis: Johannes Heinemann: „Mistake“ – Komposition aus bestehenden lizenzfreien Elementen.

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