Kinoposter: Death Wish

Endlich wieder Kino: Ein Actionfilm soll es sein, Bruce Willis spielt. „Death Wish“. Es hat sich gelohnt, die Aktion, die Spannung, die Handlung, alles stimmt. Und doch bin ich nachdenklich aus dem Kino gegangen.

In Chicago arbeitet Dr. Kersey als Chirurg in der Notaufnahme. In der Stadt ist das Verbrechen los, Meldungen über Tote gehen täglich durch das Radio. Jeder wünscht sich, dass die Situation sich verändert, aber die Polizei scheint überfordert.

Statt des geplanten Geburtstagsessens übernimmt Dr. Kersey wieder einmal eine Schicht im Krankenhaus. Er behandelt alle: unschuldige Opfer, Kriminelle, Polizisten – ohne Ansehen der Person. Doch an diesem Abend ist es anders: Eine Bande von Einbrechern hat ausgerechnet sein Haus ausgewählt. Seine Frau und die einzige Tochter sind zuhause, müssen das Verbrechen miterleben und es kommt zum Schusswaffengebrauch.

Kersey erfährt, dass Ehefrau und Tochter in die Notaufnahme eingeliefert werden, wo er Dienst hat. Seine Ehepartnerin stirbt während der Not-OP, seine Tochter fällt ins Koma. Das ist zuviel für ihn, er ist verzweifelt, weil die Polizei scheinbar auch in seinem Fall nicht weiter kommt. Von einem behandelten Kriminellen entwendet er eine geladene Pistole und trägt sie mit sich. Als er einen Autodiebstahl miterlebt, setzt er die Waffe ein. Er tötet den Angreifer. Es zeigt sich aber, dass er im Umgang mit Schusswaffen nicht geübt ist. Jetzt sieht er die Chance, sich an den Verbrechern zu rächen, die seiner Familie das Unheil bereitet haben.

Er tötet die Beteiligten des Diebstahls, kommt jedoch nicht an den Kopf der Bande heran. Seine Tochter wacht aus dem Koma auf, es folgt der Showdown.

Soweit die Geschichte, das Remake des Originalfilmes von 1974 (Deutsch: „Ein Mann sieht rot“) spielt entgegen der Romanvorlage von Beginn an in Chicago. Wegen der offen gezeigten Gewalt ist der Film erst ab 18 freigegeben.

Ich habe mich gefragt, wie ich in einer ähnlichen Gegebenheit reagieren würde. Schließlich hat der Protagonist vor der Situation Gewalt abgelehnt, so auch ich. Was ist, wenn der Rechtsstaat scheinbar versagt? Ist Rache legitim? Gibt es Motive, die das Begehen schwerer Verbrechen rechtfertigen? Außerhalb einer vergleichbaren Lage wären die Antworten in meinem Fall klar. Gott sei Dank bin ich noch nicht in solche Umstände geraten, denn ich wüsste nicht, wie ich mich verhalten würde. So endet der Action-Abend doch nachdenklich.

Fazit: Death Wish (2018) mit Bruce Willis ist ein gelungenes Remake der Romanverfilmung von 1974. Die lichten und die dunklen Seiten der Charaktere werden offen gezeigt. Gewalt wird weder verherrlicht noch verschwiegen. Und doch schafft es der Film, Fragen aufzuwerfen, die das Leben unvermittelt stellen kann. Die Mischung ist in meinen Augen sehr gelungen, gutes Kino.

 

Medium Kino
Dauer 107 Minuten
Format 21:9
Sprache Deutsch
Altersfreigabe ab 18
Veröffentlicht 2018
Regie Eli Roth
Schauspieler Bruce Willis
Vincent D’Onofrio
Dean Norris
Elisabeth Shue

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