Die Herren von Winterfell – Der Roman zu Game of Thrones Band 1

Buchtitel: George R. R. Martin - Das Lied von Eis und Feuer - Die Herren von Winterfell

Eine Welt voll Reichtum, Glanz, Krieg und Intrigen, eine Welt ähnlich dem europäischen Mittelalter wird in diesem Fantasy-Roman gezeigt. Eine Welt, in der nicht nur Völker und Könige gegeneinander kämpfen, sondern auch Magier, Drachen, Spione, Priester und Untote. Das bietet den Rahmen für eine Handlung von epischem Ausmaß. Der Autor George R.R. Martin hat bisher fünf Bände seiner Fantasy-Saga veröffentlicht und weitere werden folgen. Schon die Romane fanden eine ansehnliche Fan-Gemeinde, richtig bekannt wurden die Bücher aber erst durch die Verfilmung in der Serie „Game of Thrones“.

Das zentrale Thema des ersten Bandes und wohl auch der folgenden Ausgaben ist der Kampf um die Vorherrschaft in der vom Autor konstruierten Welt. Die ehemals sieben Königreiche wurden zu einem eizigen Reich geeint, dessen Herrscher in der Hauptstadt auf dem eisernen Thron sitzt. Wie im europäischen Mittelalter üblich, wird auch hier viel Politik durch Heirat betrieben. Die Jugendlichen werden früh verheiratet und damit Bindungen zwischen den führenden Familien geknüpft, die für beide Seiten vorteilhaft sein sollen. In der Hauptstadt gibt es aber auch Geistliche, Spione und weniger bedeutende Feudalherren, die der herrschenden Familie den Rang ablaufen wollen. Der vorige König wurde ermordet, wobei nicht klar ist, ob das ein Fluch oder ein Segen für das Königreich ist. Sein Nachfolger kommt aus einer anderen Adelsfamilie, was den Kampf um den Thron erst richtig angefeuert hat.

Im Gegensatz zu den Fantasy-Romanen von JRR Tolkien und ähnlichen Werken nach ihm stellt George R.R. Martin nicht den Kampf „Gut gegen Böse“ in den Mittelpunkt, sondern die Intrigen und Machtspiele von Menschen, die alle mehr oder weniger böse sind in ihren Handlungen. Deswegen sind fast alle wichtigen Charaktere auch Menschen und die Fabelwesen spielen nur eine untergeordnete Rolle, in diesem ersten Band könnten sie sogar ein Mythos sein, denn sie werden nur in alten Geschichten wiedergegeben. Der Autor hat auch historische Vorlagen aus dem Mittelalter verarbeitet, insbesondere auf die Geschichte um Wilhelm dem Eroberer wird immer wieder angespielt. Auch der Stand der Waffen, Wehranlagen und technischen Ausstattung entpricht dem frühen Mittelalter.

Sprachlich wird in der deutschen Übersetzung durch Jörn Ingwersen eine altmodisch anmutende aber trotzdem moderne Ausdrucksweise verwendet, die ebenfalls dazu beiträgt, die historische Stimmung einzufangen. In den Werken werden eine große Zahl an Charakteren beschrieben, so dass ich als Leser ohne die Verfilmung hoffnungslos verloren wäre. Es hilft aber, dass jedes Kapitel einer Hauptperson gewidmet wird. Andererseits wird durch die Rückblicke auf die Historie der Figuren und der Adelsfamilien innerhalb der Erzählung die Anzahl der wichtigen Persönlichkeiten weiter in die Höhe getrieben. Zumindest in der ersten Staffel der TV-Serie halten sich die Macher sehr eng an die Romanvorlage – einschließlich des ständigen Wechsels der Handlungsstränge.

Die gebundene deutsche Erstausgabe von 2004-2012 ist nur noch antiquarisch zu hohen dreistelligen Beträgen zu erhalten. Aktuell erhältlich ist die 10-bändige Taschenbuchausgabe sowie eine gebundene 5-bändige Neuauflage, bei der allerdings der Titel zu „Game of Thrones“ geändert wurde und auch die Untertitel nicht dem englischen Original entsprechen. Insgesamt kommt man beim Neukauf der kompletten Taschenbuchreiche ebenso wie bei der gebundenen Ausgabe auf ca. 150 Euro. Noch ein Tipp für Leser, die wie ich mit der Vielzahl an Charakteren überfordert sind: Im App-Store von Apple gibt es eine iPad App „Die Welt von Eis und Feuer“ mit allen Charakteren und deren Verwandtschaft untereinander.

Fazit: Insgesamt bin ich von der Erzählung und dem Schreibstil fasziniert und habe mir zum Lesen viel Zeit gelassen. Das Buch wird zu Recht als eines der wichtigsten Fantasy-Werke der Gegenwart bezeichnet. Für meinen Geschmack werden zu viele Charaktere eingeführt, trotzdem habe ich die Lektüre nie bereut und freue mich auf weitere Ausgaben aus der Reihe.

 

Titel Das Lied von Eis und Feuer
Die Herren von Winterfell
Autor George R.R. Martin
Übersetzer Jörn Ingwersen
Erschienen 1997 bei Verlagsgruppe Random House GmbH, München
Auflage 23. Auflage 2010 als Taschenbuch bei Blanvalet
Format Taschenbuch, 574 Seiten
ISBN 978-3-442-26774-3

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1 Kommentar

  1. Emmy

    Mein Vater hat damit zuerst angefangen und dann mich angesteckt 🙂 Aber wie du, bereue ich das auf keinen Fall, er schreibt echt in einem einzigartigen Stil und so fesselnd.
    LG
    Emmy

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