DVD-Cover: Virtual Storm

Ein neues Spiel fasziniert die Jugend: Aftershock – der Einstieg in die dreidimensionale Spielewelt. Die Spieler steigen durch virtuelle Realität mitten in das Spielgeschehen und müssen Aufgaben lösen. Doch hinter diesem Vergnügen steht ein Unternehmen, das ein ganz anderes Ziel hat: Sie beeinflussen das Wetter. Was hat denn nun das eine mit dem anderen zu tun?

Inhalt

Das Unternehmen Thunderhead hat eine Technologie entwickelt, mit der man das Wetter beeinflussen kann. Satelliten erzeugen aus dem Nichts einen Sturm. Die Demonstration vor dem amerikanischen Militär gelingt und die führenden Köpfe sind an der Erfindung interessiert. Um die Sicherheit zu überprüfen, müssen die Techniker für einen Moment die Schutzmaßnahmen des Computers deaktivieren.

Währenddessen hat der Teenager Nick im Spiel Aftershock das höchste Level erreicht und wird von Neville, dem Bösewicht der Szene, mit einer neuen Aufgabe betraut. Er soll sich in das Computersystem von Thunderhead hacken. Da Nick bereits vorbestraft ist, lehnt er ab. Daraufhin wird er im echten Leben auf die Fahndungsliste gesetzt. Auch seine Mutter ist bedroht, und so stimmt er doch zu, den Auftrag im Spiel zu erledigen. Er nutzt die deaktivierten Schutzmaßnahmen.

Im Demonstrationszentrum von Thunderhead verselbständigt sich inzwischen das System zur Wettermanipulation und erzeugt zwei riesige Stürme, die zeitgleich von beiden Seiten auf die Vereinigten Staaten von Amerika zurasen. Eine Katastrophe steht bevor. Und die Crew hat die Kontrolle über ihre eigene Erfindung verloren. Es dauert eine Weile, bevor die Beteiligten begreifen, dass die Technik autonom läuft. Jetzt beginnt der Kampf um das Land und die Menschen, ein ungleicher Kampf Mensch gegen Maschine. Der Rest läuft auf das unvermeidliche Happy End hinaus.

Bewertung

Die Idee für die Handlung ist ziemlich gelungen und zuerst hat mich auch die Darstellung der Technologie begeistert. Die Szenen in der virtuellen Realität sind sehr gut dargestellt und der Betrachter merkt an äußerlichen Merkmalen, in welcher Ansicht er sich gerade befindet. So weit so gut. Doch alle übrigen Computer-Szenen sind haarsträubend unrealistisch. Der Großcomputer für die Wettermanipulation tut sich vor allem dadurch hervor, dass er abwechselnd rote und grüne Lichter zum Blinken bringt.

Die Computer sind hoffnungslos veraltet, beherrschen aber virtuelle Realität und Spracherkennung. Trotzdem müssen die Protagonisten immer wieder in die Tasten greifen. Dabei können sie sich mal eben in die Systeme der Bundesbehörden einklinken und einen Haftbefehl fälschen.

Ich habe mir den Film zugelegt, weil er in meine Sammlung von sogenannten Hackerfilmen passt, und hier ist tatsächlich das Eindringen in fremde Computersysteme eine der wichtigsten Handlungen. Doch aus der technischen Perspektive ist die Umsetzung einfach enttäuschend.

Etwas besser bewerte ich die Auseinandersetzung mit den Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz und deren Beherrschbarkeit. Auch die Ethik von Technologie kommt am Rande vor, ihr kommt aber keine tragende Rolle zu.

Als seichter Actionfilm bietet der Streifen eine ganz nette Unterhaltung und Zeitvertreib. Dass am Ende auch noch eine romantische Szene eingebaut wird, macht die Irritation vollkommen. Nur mit selektiver Wahrnehmung kann man dieser Darbietung etwas Tiefgründiges abgewinnen.

Fazit

Eine unglaubwürdige Technologiegeschichte, weder als Krimi noch als Hackerfilm überzeugend. Die Darstellung von Computerszenen ist haarsträubend unrealistisch oder langweilig, die Macher müssen schon Zeitdruck und Atombomben einsetzen, um überhaupt ein wenig Spannung zu erzeugen. Allein die halbwegs gelungenen VR-Szenen innerhalb des Computerspiels lassen mich Film nicht ganz abwerten. Nicht sehenswert.

Bewertung: 2 Sterne
TitelVirtual Storm
MediumDVD
Dauer96 Minuten
Format4:3 (Schwarze Streifen links und rechts auf Widescreen Bildschirmen)
SpracheDeutsch
Englisch
Altersfreigabeab 12 Jahren
Veröffentlichung2002
RegieTerry Cunningham
SchauspielerNick Cornish
Vanessa Marcil
Bai Ling
Adrian Paul
Coolio

Diese Filmbeschreibung ist Teil meiner Reihe über sogenannte Hacker-Filme, das sind Filme, in denen Computereinbruch und kreative Techniknutzung eine gewisse Rolle spielen oder sogar zum Hauptthema erhoben werden. Ich beschäftige mich mit der Darstellung dieser digitalen Subkultur aus privatem und beruflichem Interesse. Häufig sind die technischen Details haarsträubend unrealistisch und durch Effekte dargestellt, die allein der Dramaturgie dienen, nicht dem Verständnis der Technik. Die Sammlung „Hacker-Filme“ wird am Ende über 40 Einträge umfassen.

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