CD-Cover Ben Howard - I forget where we were

Nicht mehr so leichtfüßig, so authentisch, so unperfekt wie im ersten Album, hat der englische Singer-Songwriter Ben Howard 2014 dieses neue Album veröffentlicht. Musikalisch bleibt sein Stil bei den ruhigen melancholischen Tönen. Mit seiner unverkennbaren Stimme verzaubert Ben Howard wieder seine Zuhörer, oft solo mit Gitarre oder in kleiner Besetzung. Dabei hebt er sich wohltuend von der Masse der beliebigen Casting-Show Teilnehmer ab, denn er lebt seinen eigenen Stil.

Das zweite Album ist erwachsener geworden, deutlich mehr auf Perfektion getrimmt, musikalisch weiterentwickelt und weniger experimentell als zuvor. Innerhalb seines Stils variiert er die Songs zwischen leicht poppig bis düster emotional, auch ein souliger Anklang ist dabei. Melodie und Texte sind bei Ben Howard gut aufeinander abgestimmt und immer noch voller Fragen, Zweifel und Pessimismus. Vereinzelt finden sich aber auch Songs, in denen ein neuer Optimismus sichtbar wird, so zum Beispiel der Titelsong der CD.

Die Weiterentwicklung hat für mein Empfinden aber den Nachteil, dass ein wenig der vermeintlichen Live-Athmosphäre aus dem ersten Album verloren gegangen ist. Das Klangbild hört sich nicht mehr nach dem Musiker an, der mit seiner Gitarre in einer kleinen englischen Kneipe sitzt und die anwesenden Gäste mit seiner Darbietung unterhält. Mag sein, dass der Anspruch an ein Studio-Album genau dieses fordert, aber die kleinen Unzulänglichkeiten und Nebengeräusche, die auf der ersten Aufnahme zu hören waren, habe ich als besonderen Flair wahrgenommen.

Fazit: “I forget where we were” von Ben Howard ist ein wunderschönes Album für melancholische Stunden oder um den Abend ausklingen zu lassen. Eine klare Empfehlung gibt es von mir dafür, das neue Werk kommt aber nicht an die Erstveröffentlichung heran.


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