Der Alchimist oder der Traum vom Schatz

Buchtitel: Der Alchimist

Santiago ist Hirte. In Spanien hütet er seine eigene Herde. Wiederholt träumt er davon, dass er am Fuße der Pyramiden in Ägypten einen Schatz findet. Kurz bevor er den Schatz zu sehen bekommt, erwacht er vom Traum. Mehrere Ratgeber bestätigen ihm, dass der Traum eine Bedeutung hat und dass er sich auf den Weg dorthin machen soll.

Also verkauft der Hirte seine Schafe und bucht eine Überfahrt nach Nordafrika. Dort angekommen wird er erst einmal um seinen ganzen Besitz betrogen. Ohne Geld und ohne eine Idee, wie es weiter gehen soll, beginnt er für einen relativ erfolglosen Geschäftsinhaber zu arbeiten. Dort bleibt er länger als zunächst geplant und verdient sich genug Geld, um in seine Heimat zurückzukehren und sich eine neue Schafherde zuzulegen. Doch kurz davor ändert er seine Pläne erneut und begibt sich wieder auf die Schatzsuche.

Auf seinem Weg hat er mehrere Ratgeber: Eine Wahrsagerin, die den Traum deutet, und einen alten Mann, der sich als Melchisedek, König von Salem vorstellt. Später dann den Inhaber des Geschäfts und zuletzt auf seiner realen Reise trifft er auf den Alchimisten. Jede Person lehrt ihn ein Stück der Lebensweisheit, die er für die bevorstehende Aufgabe benötigt. Nur so erreicht er schließlich sein Ziel und kann tatsächlich nach einem Schatz graben.

Das Buch ist angefüllt mit Lebensweisheiten und Gleichnissen auf eine gelungene Lebensführung. Es lehrt Weisheit, Verlust, Geduld, Gewinn, wahre Liebe und dass es den Schatz tatsächlich gibt. Doch beim Lesen finde ich auch deutlich die Botschaft hinter den Worten: Der Weg ist das Ziel und das vermutete Ziel ist nur der Antrieb, den Weg zu gehen.

Mit unvergleichlich schönem Erzählstil nimmt Paulo Coelho mich mit in eine Gesellschaft, die mir fremd scheint, und in eine Fülle von Abenteuern, die der Protagonist auf seiner Suche erlebt. Irgendwie ist mir klar, dass der Kerngedanke der Geschichte etwas mit meinem Leben zu tun haben könnte. Was mit gefällt, ist die Tatsache, dass es sich nicht um plumpe Psychologie oder lebensferne Philosophie handelt, sondern dass das Wesen von klugen Sprüchen in eine spannende Erzählung gepackt wird.

Auf dem Weg, das Ziel für mein eigenes Leben neu zu definieren, konnten mir einige Gedanken aus dem Roman tatsächlich weiterhelfen. Das ist jedoch nicht garantiert, sondern höchst individuell in meiner Situation geschehen. Zuerst war ich glücklich, weil das Buch von Kritikern hoch gelobt wurde, deren Urteil mich schon so manches Mal in die Irre geführt hat. Doch dieses Werk hat jede Anerkennung verdient. Die Lektüre war für mich der reinste Genuß. Wer es liebt, eine Geschichte hinter der eigentlichen Geschichte zu entdecken, dem mag ich dieses Büchlein gerne empfehlen.

Fazit: Im Roman „Der Alchimist“ erzählt Paulo Coelho ein Gleichnis über das Leben. Die Geschichte des Schäfers, der sich auf die Suche nach seinem Schatz macht, ist ein Vergleich für das Leben als Ganzes oder für eine Situation, in der ein Richtungswechsel fällig wird. Das Buch hat mich persönlich sehr berührt und ich kann es uneingeschränkt empfehlen.

 

Titel Der Alchimist
Autor Paulo Coelho
Übersetzerin Cordula Swoboda Herzog
Erschienen 1993 bei Diogenes Verlag, Zürich
Originalausgabe 1988 Editora Rocco, Rio de Janeiro unter dem Titel „O Alquimista“
Auflage 14. Auflage 1996,
Übersetzung durchgesehen und überarbeitet
Format Paperback, 176 Seiten
DDC-Klassifikation 869.342
ISBN 978-3-257-23727-6

Haiku:
Ein endloser Traum,
Verlieren und Finden,
der Schatz ist nie fern


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