The lean startup – Pflichtlektüre für Unternehmensgründer

Buchtitel: Eric Ries - The lean Startup

„Mandatory reading for entrepreneurs“ – druckt der Verlag auf die Titelseite und stellt damit den Anspruch dieses Buches von Eric Ries fest: Schlicht das Standardwerk für Unternehmensgründer zu sein. Eric Ries hat selbst einige Unternehmen (mit-)gegründet und schreibt in diesem Buch über die Methoden, die er aus den Erfolgen aber auch den Fehlern seiner Gründerjahre erlernt hat.

Und tatsächlich findet sich das Buch weltweit auf den Bestsellerlisten für Sachbücher. Das Buch ist recht locker geschrieben, enthält viele Beispiele und packt die wichtigsten Eigenschaften, die ein junges Unternehmen nach Ansicht des Autoren auszeichnen sollte, in 12 überschaubare Kapitel.

Während einige Kritiker das Buch für aufgebläht und langatmig halten, hat mich der Schreibstil überzeugt und die reichhaltigen Beispiele haben die Kernaussagen gut veranschaulicht. Sehr interessant war für mich der Aspekt, die aufgezeigten Methoden auch auf etablierte und teilweise sehr große Unternehmen anzuwenden.

Grob gliedert sich das Buch in drei Teile, die weiter aufgesplittet sind. Jedes Kapitel ist mit einem markanten Begriff überschrieben. Der erste Teil „Vision“ mit den Unterpunkten Start, Define, Learn und Experiment behandelt die Suche und Abgrenzung nach einem marktfähigen Produkt, das tatsächlich ein Bedürfnis der Kunden befriedigt. Im Zweiten Teil „Steer“ geht es um die Umsetzung der Vision in einer wiederholten Schleife von Leap, Test, Measure und Pivot or persevere. Hier geht es um die Stufenweise Verfeinerung und Erweiterung des Produktes und die Möglichkeit, nach Kundenfeedback eine Weiterentwicklung auch wieder einzustellen oder in eine andere Richtung zu lenken. Im dritten Teil „Accelerate“ wird unter den Punkten Batch, Groß, Adapt und Innovate das Wachstum des Jungunternehmens thematisiert, um aus einem ersten Erfolg ein langfristig und nachhaltig erfolgreiches Unternehmen zu bauen. Gerade dieser Teil gibt auch wertvolle Hinweise für bestehende Unternehmen alter Art.

Ähnlich der Softwareentwicklung nach agilen Methoden ist das Hauptinstrument der lean startup Methode das Aufteilen der jeweiligen Aufgaben in überschaubar kleine Abschnitte (auch zeitlich) gepaart mit regelmäßigem Kundenfeedback oder Messung von Kenngrößen. Das soll vor allem Fehlinvestitionen begrenzen, die Marktfähigkeit des Produkts beschleunigen und eine schnellere Reaktion auf geänderte Anforderungen ermöglichen. All dies ist sehr anschaulich durch Beispiele belegt. Egal ob Unternehmensgründer oder verantwortlicher Mitarbeiter in bestehenden Unternehmen, kann der Leser die Verantwortung seiner Position gezielter lenken, wenn er sich die Vorschläge aus dem Werk zu Herzen nimmt.

Etliche Leser der deutschen Übersetzung haben diese als sehr schlecht eingestuft, weshalb ich mich entschieden habe, das Buch im englischen Original zu lesen. Am Ende bin ich nicht sicher, ob das die richtige Entscheidung war. Wie gesagt lässt sich das Buch sehr flüssig lesen. Da es aber nicht nur Fachvokabular aus den Bereichen IT und Wirtschaft enthält, sondern häufig auch Begriffe verwendet, die der Subkultur der Gründerszene entspringen, ist es für einen Nicht-Muttersprachler oft nicht leicht zu folgen. Ich empfehle, beide Versionen in einer Fachbuchhandlung anzusehen und dann zu entscheiden.

Fazit: Der eigentlich recht trockene Stoff wird in diesem Buch anschaulich mit umfangreichen, gelegentlich zu umfangreichen, Beispielen untermalt. Wer mehr als nur Schulenglisch beherrscht wird von der Originalausgabe sicher überzeugt sein. Der Inhalt ist gut strukturiert aufgebaut und jederzeit nachvollziehbar. Alles in allem zu Recht ein Kassenschlager, empfehlenswert.

 

Titel The lean startup
Autor Eric Ries
Erschienen 2011 bei Penguin Random House UK
Auflage 1. UK Auflage 2011
Format Taschenbuch, 320 Seiten
ISBN 978-0-670-92160-7

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