Anregung zur täglichen Meditation – Nur für heute

Buchcover: Nur für heute

Das neue Jahr habe ich wie viele andere mit guten Vorsätzen begonnen. Damit diese nicht wieder spätestens Mitte Januar hinfällig sind, brauche ich Unterstützung oder Selbstmotivation. Da ist mir das Büchlein „Nur für heute“ von Papst Johannes XXIII. in die Hand gefallen. Eigentlich ist es gar kein richtiges Buch, denn der Haupttext ist ein Gebet, das auf eine Doppelseite passt. Auf den weiteren Seiten des Buches wird dieses Gebet in seinen Teilaussagen wiederholt und durch eine Bildmeditation verstärkt.

Theoretisch braucht man keine 5 Minuten, um dieses Buch vollständig zu lesen, denn außer dem Gebet enthält es lediglich noch 4 Seiten über die Biographie des Autoren. Aber praktisch kann man sich sein ganzes Leben mit dem Inhalt dieses Buches beschäftigen, denn darin steckt große Kraft und Weisheit.

Johannes der 23. war ein Papst, dem man nicht viel zugetraut hat, ein alter Mann als Übergangslösung, ein konservativer Katholik, von dem man keine Veränderungen erwartete. Doch überraschenderweise hat er in seiner 5 Jahre dauernden Amtszeit extrem viel bewegt. Er geht Schritte auf die evangelische Kirche zu und leitet eine neue Offenheit für eine Ökumene aller christlichen Glaubensrichtungen ein.

Ebenso beweist er Volksnähe, indem er Menschen in Krankenhäusern und Gefängnissen besucht. Auch das Ritual der Fußwaschung am Gründonnerstag führt er im Gegensatz zu seinen Vorgängern selbst durch.

All dies hat ihn zu einem sehr beliebten Papst gemacht, der auch „Pfarrer der Welt“ genannt wurde. Doch wie schafft ein 77-jähriger Priester diese Fülle an Aufgaben und Ämtern zu übernehmen und mit so viel Leben auszufüllen? Er hat eine ganz einfache Weisheit, die ihm dabei hilft: Er lebt in der Gegenwart. Und so beginnen die zehn Bitten seines Gebetes jeweils mit den Worten „Nur für heute …“

Johannes XXIII. übergibt die Erfolge, aber auch die Fehler der Vergangenheit in die Hand seines Gottes und lässt die Vergangenheit nicht länger sein Handeln beeinflussen. Ebenso überlässt er Gott die Sorge über die Zukunft, denn er weiß, dass man immer nur in der Gegenwart handeln kann. Das hindert ihn nicht, weit in die Zukunft zu planen, aber für die Ausführung konzentriert er sich jeweils auf den aktuellen Tag.

Wenn man diese Weisheit verinnerlicht, dann kann man große Dinge bewegen, ohne daran zu zerbrechen. Ich wünsche mir, von diesem Vorbild zu lernen und im neuen Jahr jeden Tag aufs Neue in diesem Bewußtsein zu leben.

Fazit: Kein Buch, sondern ein Gebet, eine Anleitung zur persönlichen Meditation. Der reine Text ist frei im Internet verfügbar, im Büchlein ist er gut strukturiert und mit Fotografien angereichert. Den Inhalt sollte jeder kennen, das Buch selbst ist eher eine sinnliche Erfahrung. Sehr gut.

 

Autor Johannes XXIII.
Erschienen 2000 beim Pattloch Verlag, München
Auflage 1. Auflage 2000
Format gebunden, 48 Seiten
ISBN 987-3-629-00494-9

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