Film: Startup (Englisch: Antitrust)

DVD-Cover Antitrust (deutsch: Startup)

Wenn auch etwas in die Jahre gekommen, ist dieser Hightech-Thriller von aktueller Brisanz. Beschreibt er doch die Methoden und Vorgehensweisen der Internet-Giganten gegenüber Jungunternehmen und der Open-Source Szene in einer Art, die auch heute noch als realistisch erscheint.

Vier Jungunternehmer gründen im Silicon Valley eine Firma, die sich dem Prinzip der Open-Source Software verschrieben hat. Voller Begeisterung verfolgen sie ihre Ziele, bis einer der schlauen Köpfe vom ortsansässigen IT-Gigangen „NURV“ abgeworben wird. Dort soll er den Kommunikationsknoten für ein weltumspannendes Messaging-Netzwerk entwickeln.

Während das Arbeitsumfeld im Unternehmen zunächst traumhaft gut erscheint, entdeckt er immer mehr Unstimmigkeiten. So taucht immer gerade dann, wenn er nicht weiterkommt, ein Abschnitt Programmiercode auf, der ihm weiterhilft. Er findet heraus, dass alle Mitarbeiter des Unternehmens umfassend überwacht werden, ebenso wie Außenstehende, z.B. seine ehemaligen Kollegen im Startup-Unternehmen.

Nun beginnt er das Geflecht aus Kontrolle und Betrug in seinem Unternehmen aufzudecken und besinnt sich auf seine ursprünglichen Werte zurück. Dazu muss er sich auch Zugriff auf das Überwachungssystem seines Arbeitgebers verschaffen und letztlich sogar geheime Informationen vom Computer des obersten Chefs persönlich ausspähen.

Wie erwartet, mündet die Handlung am Ende in einem Showdown mit den typischen, künstlich erzeugten Spannungsmomenten, und einer Art Happy End, wobei keine Seite ohne Schaden davonkommt.

Aus technischer Sicht sind die meisten dargestellten Szenen plausibel, auf das Märchen vom Superhacker wird verzichtet. Ohnehin lebt der Film mehr von den zwischenmenschlichen Verstrickungen als von Nutzung und Mißbrauch von Technologie.

Natürlich war der Film nicht unumstritten, denn er spielte seinerzeit auf Methoden von Microsoft unter Bill Gates an, in heutiger Zeit erinnert er eher an Unternehmen wie Google oder Facebook mit den jeweiligen Führungspersonen.

Fazit: Ein gelungener Thriller im Umfeld des Internet-Booms 2001. Die politischen und auch die technischen Aspekte der Materie wurden überwiegend fehlerfrei vermittelt, für einen reinen Thriller war die Spannung teilweise etwas aufgesetzt. Zusammengenommen gerade noch gut, auch heute noch ein guter Einstieg zur Diskussion um die Verstrickungen der Hightech-Branche.

Der Film wurde in Deutschland unter dem Titel „Startup“, in der Schweiz unter dem Titel „Conspiracy.com“ und in Englisch unter „Antitrust“ vermarktet.

 

Medium DVD
Dauer 108 Minuten
Format 21:9 auf 16:9 verkleinert
Sprachen Deutsch, in der englischen Version Englisch, Französisch und Spanisch
Altersfreigabe ab 12
Veröffentlicht 2001
Regie Peter Howitt
Schauspieler Ryan Phillippe,
Claire Forlani,
Tim Robbins,
Yee Jee Tso

Diese Filmbeschreibung ist Teil meiner Reihe über sogenannte Hacker-Filme, das sind Filme, in denen Computereinbruch und kreative Techniknutzung eine gewisse Rolle spielen oder sogar zum Hauptthema erhoben werden. Ich beschäftige mich mit der Darstellung dieser digitalen Subkultur aus privatem und beruflichem Interesse. Häufig sind die technischen Details haarsträubend unrealistisch und durch Effekte dargestellt, die allein der Dramaturgie dienen, nicht dem Verständnis der Technik. Die Sammlung „Hacker-Filme“ wird am Ende über 40 Einträge umfassen.


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