Eye in the Sky – auch der ferngesteuerte Krieg fordert echte Menschenleben

Cover: Eye in the Sky

In Nairobi, Kenia, treffen sich mehrere bekannte Islamisten um einen Anschlag vorzubereiten. Darunter auch britische und amerikanische Staatsbürger. Eine Drohne wird in Position gebracht um das Gebäude anzugreifen, als ein Mädchen im unmittelbaren Schadensgebiet beginnt, Brot zu verkaufen. Es beginnt eine langwierige Abschätzung der Lage durch verschiedene Experten, Juristen und Politiker, die am Ende den Abschuss freigeben.

Zuerst lautete der Auftrag, eine überwachte Person festzunehmen. Durch die militärische Aufklärung mittels einer Drohne stellen die Einsatzleiter fest, dass gleich mehrere gesuchte Personen sich treffen. Der Einsatz eines einheimischen Mitarbeiters im unmittelbaren Umfeld des Treffens deckt dann auf, dass es sich nicht um ein einfaches Treffen handelt, sondern um die Vorbereitung zu zwei Selbstmordattentaten. Damit wird auch der ursprüngliche Auftrag infrage gestellt. Nach einigem Hin und Her wird der Auftrag auf den Einsatz einer Lenkwaffe erweitert, um die Terroristen auszuschalten. Es wird eine Analyse der zu erwartenden „Kollateralschäden“ erstellt, also die Wahrscheinlichkeit berechnet, dass unbeteiligte Zivilpersonen zu Schaden kommen.

Dies ist nur der erste Akt der Diskussion von militärischen Führern mit Politikern und Rechtsberatern, der jeweils von bequemen Stühlen in einem luxoriösen Büro stattfindet. Zwar sind alle Beteiligten durch die Bilder der Drohne live dabei, aber sie haben nichts mit den unmittelbaren Auswirkungen zu tun, ihr eigenes Leben ist nie in Gefahr. In der zweiten Diskussion um die Erlaubnis, die Rakete trotz Zivilisten abzuschießen, wird das Spiel von Macht und Einfluss, aber auch die Angst vor weitreichenden Entscheidungen ausführlich vorgeführt. Die Politiker wollen sich absichern, denken an die Wirkung in der Öffentlichkeit, sind nicht bereit, Verantwortung zu übernehmen. Die militärischen Entscheider dagegen drängen auf eine Entscheidung und bevorzugen scheinbar immer die härteste Alternative.

Die innere Zerrissenheit der Charaktere wird aber erst an den Piloten endgültig deutlich, die besagte Drohne aus der Ferne lenken und auch die Rakete zum Abschuss bringen. So ist es der Drohnen-Kommandant, der den Abschuss zunächst verhindert, als das Kind in den Aktionsradius tritt. Dieselben Soldaten sind auch diejenigen, die am Ende mit Tränen in den Augen wahrnehmen, was sie da gerade angerichtet haben. Auf die Frage, wo der Gehorsam gegenüber Befehlen endet und die eigene Gewissensentscheidung beginnt, gibt die Handlung bewusst keine Antwort.

Der Film stellt nicht nur sehr anschaulich das Machtspiel der Entscheidungsträger dar, die minutenlang um Prozentzahlen und Wahrscheinlichkeiten feilschen, während ein Menschenleben in Gefahr ist. Auch die Auswirkung der Drohnentechnik auf die Kriegsführung ist ein Thema, denn Entscheidungen fallen anders, wenn die Kämpfer sich bei ihrem Einsatz nicht mehr selbst in Gefahr bringen. Beide Themen werden nicht abschließend beantwortet, so dass für den Zuschauer genug Raum bleibt zum Nachdenken und Diskutieren.

Fazit: Wer einen Actionfilm erwartet hat, wird enttäuscht, denn geboten wird ein Polit-Thriller von hoher Qualität. Es ist ein Kriegsfilm, aber auch ein Drama, in dem die traurige Konsequenz von Entscheidungen eindringlich vorgeführt wird. Die hochwertigen Aufnahmen werden gekonnt durch die Filmmusik unterstützt. Insgesamt hat mir der Film gut, teilweise sehr gut gefallen.

 

Titel Eye in the Sky
Medium Blue-Ray Disc
Dauer 102 Minuten
Format 21:9 auf 16:9 verkleinert
Sprachen Deutsch, Englisch
Altersfreigabe ab 16
Veröffentlicht 2015
Regie Gavin Hood
Schauspieler Helen Mirren
Aaron Paul
Alan Rickman
Barkhad Abdi

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