Buch: Wie man eine wissenschaftliche Abschlußarbeit schreibt – Umberto Eco

Buchcover: Wie man eine wissenschaftliche Abschlußarbeit schreibt - Umberto Eco

Jeder Student* einer Geistes- oder Sozialwissenschaft sollte dieses Buch nicht nur kennen, sondern verinnerlicht haben. Es gilt als das Standardwerk schlechthin, die Universalanleitung zum Anfertigen wissenschaftlicher Arbeiten. Generationen von Wissenschaftlern haben nach diesem Buch gelernt und gearbeitet, Generationen von Dozenten haben nach den Maßstäben dieses Werkes das Schaffen ihrer Schüler bewertet. Aber auch Anhänger der Naturwissenschaften, der Wirtschaftswissenschaften, der Formalwissenschaften und der medizinischen Fächer profitieren stark von der Lektüre dieser Anleitung, denn auch wenn die Anforderungen an eine Abschlussarbeit in diesen Fächern von diesem Buch abweichen, so sind doch die beschriebenen Grundlagen beachtenswert und schützen vor so manchem Fehler.

Das Buch selbst hat eine sehr logische Struktur und führt den Studenten Schritt für Schritt und in einer guten Reihenfolge durch die Arbeitsabschnitte, die beim Anfertigen einer wissenschaftlichen Arbeit erledigt werden wollen. Eco führt durch die Auswahl und Formulierung eines Themas über die Materialsuche und Materialauswertung bis zum eigentlichen Schreiben der Arbeit und den notwendigen Nacharbeiten. Er empfiehlt ein planvolles und strukturiertes Vorgehen. Dabei weist er immer wieder auf inhaltliche und methodische Fallstricke hin, die dem Schreiber einer solchen Arbeit das Leben schwer machen.

So manch ein Politiker hätte seinen Doktor-Titel behalten, wenn er sich an die Empfehlungen Ecos aus diesem Buch gehalten hätte. Das Geld für dieses Taschenbuch und die begrenzte zusätzliche Arbeit hätten sich auf Dauer sicher bezahlt gemacht. Aber auch für alle anderen ist dieses Buch Gold wert, denn wer einmal in der Situation war, dass er Tage oder Wochen „verschwendet“ hat, weil er von Anfang an falsch an die Bearbeitung eines Themas herangegangen ist, wird den frühzeitigen Einhalt auf dem Irrweg zu schätzen wissen.

Auch wenn sich dieses Buch ausdrücklich an Studenten richtet, ist es für Dozenten ebenso hilfreich, denn es gibt im Umkehrschluss auch einen Leitfaden, wonach man eine wissenschaftliche Arbeit beurteilen soll. Ebenso ist es eine Hilfe für jeden Wissenschaftler, der Fachaufsätze veröffentlicht, unabhängig ob er damit ein offizielles Ziel (Abschluss) erreichen will. Und selbst für Populärwissenschaftler und Privatpersonen, die ihre Gedanken zu Papier oder in heutiger Zeit eher ins Internet bringen, lohnt sich das Arbeiten nach diesem Ratgeber, um fremdes Wissen sauber wiederzugeben, ohne dabei ein Plagiat anzufertigen.

Die von Eco beschriebene Vorgehensweise ist noch stark auf den Umgang mit Papier und Stift oder Schreibmaschine ausgerichtet. Auch dies ist ein Grund für mich, dieses Werk zu verinnerlichen, denn die Aufgabe meiner Generation ist es, das klassische Wissen auf das digitale Zeitalter zu übertragen und den nachfolgenden Generationen Hilfsmittel an die Hand zu geben, um mit ihrem bekannten Arbeitsgerät und den Methoden des 21. Jahrhunderts wiederum Wissensschätze anzufertigen, die den zeitlosen Qualitätsmaßstäben genügen, ohne dabei „altmodisch“ zu wirken.

Fazit: Die Lektüre dieses Buches ist nicht nur Sozial- und Geisteswissenschaftlern empfohlen, an die sich das Buch ausdrücklich wendet. Die Methoden helfen Wissenschaftlern aller Fachrichtungen, gut strukturierte Arbeiten anzufertigen, die den Anforderungen an eine wissenschaftliche Arbeit genügen. Pflichtlektüre!

*) Die Schreibweise einer Personengruppe bezieht sich stets auf alle männlichen, weiblichen, neutralen und sonstigen Geschlechtsformen der dazugehörigen Einzelpersonen und stellt keinerlei Wertung dar. 😉

Autor Eco, Umberto
Übersetzer Schick, Walter
Erschienen 1988 bei C.F.Müller Verlag, Heidelberg
Auflage besprochene wurde die 11. Auflage von 2005, aktuell ist die 13. Auflage von 2010
Format Paperback, 276 Seiten
ISBN 3-8252-1512-1
Originalausgabe Come si fa una tesi di laurea (1977, Mailand)

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  1. Pingback: Abschlussarbeiten im Studium anleiten, betreuen und bewerten | Joe's Blog

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