Blade Runner – Final Cut – (k)ein Hackerfilm

DVD-Cover Blade Runner Final Cut

In der düsteren Science-Fiction Verfilmung des Romans „Blade Runner“ wird eine traurige Zukunft der Erde gezeichnet. Wie bei anderen SF-Werken zuvor geht es um das Thema „Maschine erhebt sich über den Menschen“. Die Handlung spielt im Jahr 2019, was aus Sicht der Veröffentlichung 1982 weit in der Zukunft liegt. Die Umwelt ist zerstört, die Städte überbevölkert und die Tiere meist künstlich. Um neue Lebensräume zu erschließen, werden andere Planeten durch sogenannte Replikanten erkundet und vorbereitet. Die Generation 6 dieser Roboterwesen sind den Menschen so ähnlich geworden, dass man nur noch mit einem umfangreichen Psychotest herausfinden kann, ob die emotionalen Reaktionen menschlich sind oder zu einer Maschine gehören.

Einige dieser künstlichen Lebewesen durchbrechen ihre einprogrammierten Regeln und kehren auf die Erde zurück, wo sie auch vor Mord nicht zurückschrecken. Der Blade Runner ist ein ehemaliger Polizist, der darauf angesetzt wird, die vier entflohenen Androiden zu töten. Bei seinen Ermittlungen trifft er auf eine weibliche Figur, die so sehr den echten Menschen nachempfunden ist, dass sie auch mit dem etablierten Test kaum noch als künstliches Wesen identifiziert werden kann. Sie zeigt echte Emotionen und rettet dem Blade Runner im weiteren Verlauf das Leben.

Im Final Cut, der einzigen vom Regisseur autorisierten Fassung, werden die erklärenden Kommentare weggelassen und das nachträglich zugefügte Happy End fällt weg. Die Filmemacher haben dem Publikum in 1982 wohl nicht genug Intelligenz zugetraut. Erst in dieser Fassung gibt es das ursprünglich geplante Open End, in dem vor allem offen gelassen wird, ob der Protagonist selbst nicht am Ende ein künstliches Wesen ist.

Der Film setzt sich auf hervorragende Weise mit dem Thema der Technologiebeherrschung und Wissenschaftsethik auseinander. Dabei werden platte Antworten vermieden, vielmehr soll der Zuschauer angeregt werden, seine eigenen Schlussfolgerungen zu ziehen. Warum der Film auf fast jeder Liste von sogenannten Hacker-Filmen erscheint, hat sich mir nicht erschlossen. Ich nehme ihn trotzdem in meine gleichlautende Liste mit auf, aber nur um zu dokumentieren, dass er dort fehl am Platze ist.

Die Aufnahmen, die Kameraführung, die Regie (in der vorliegenden Fassung) und die Filmmusik von Vangelis machen den Streifen auch unabhängig von der Handlung zu einem echten Filmerlebnis. Die Romanvorlage von Philip K. Dick erschien ursprünglich unter dem Titel „Träumen Androiden von elektrischen Schafen?“ und wurde erst nach dem Erfolg des Filmes auch als „Blade Runner“ veröffentlicht.

Fazit: Ein wirklich sehenswerter Film, ein echter Meilenstein in der Geschichte der Science-Fiction-Verfilmungen. Absolut empfehlenswert.

 

Medium 2 DVDs (Special Edition, Final Cut)
Dauer 113 Minuten
Format 21:9 auf 16:9 verkleinert
Sprachen Deutsch, Englisch, Spanisch, Polnisch
Altersfreigabe ab 16
Veröffentlicht 1982
Regie Ridley Scott
Schauspieler Harrison Ford,
Rutger Hauer,
Sean Young,
Daryl Hannah,
Edward James Olmos

Diese Filmbeschreibung ist Teil meiner Reihe über sogenannte Hacker-Filme, das sind Filme, in denen Computereinbruch und kreative Techniknutzung eine gewisse Rolle spielen oder sogar zum Hauptthema erhoben werden. Ich beschäftige mich mit der Darstellung dieser digitalen Subkultur aus privatem und beruflichem Interesse. Häufig sind die technischen Details haarsträubend unrealistisch und durch Effekte dargestellt, die allein der Dramaturgie dienen, nicht dem Verständnis der Technik. Die Sammlung „Hacker-Filme“ wird am Ende über 40 Einträge umfassen.

Dieser Film gehört eigentlich nicht in diese Liste, da er aber von vielen anderen so eingeordnet wurde, habe ich ihn aufgenommen, um diesen Widerspruch zu dokumentieren.


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